Im Gegensatz zu den meisten Nationen, die aktiv an den napoleonischen Kriegen beteiligt waren, griff Großbritannien nie auf das Mittel der allgemeinen oder teilweisen Wehrpflicht zurück, um den Personalbedarf seines Militärs zu decken, sondern leistete sich den Luxus einer Berufsarmee, die zur Heimatverteidigung durch Milizverbände (Militia, Volunteers, Fencibles) verstärkt werden konnte.

Wenn auch von Wellington als "scum of the earth, enlisted for drink" bezeichnet, genoss die britische Armee, insbesondere die Infanterie, seinerzeit einen exzellenten Ruf. Dieser erstreckte sich ebenfalls auf verbündete, vollständig in die britische Armeestruktur integrierte Kontingente wie die Hannoversche King's German Legion, das Großherzoglich Braunschweigische Feldkorps und die portugiesischen Cacadores.

Die Anwerbung der britischen Rekruten erfolgte ausschließlich in Großbritannien, wobei Iren auch in namentlich englischen und walisischen Regimentern einen großen Anteil der Mannschaften stellten. Die Ausbildung erfolgte mehrheitlich dezentral in den Depots der einzelnen Regimenter, wobei theoretisch jeweils das 1st Battalion im Einsatz stand und das 2nd Battalion die Ausbildung der Rekruten übernahm.

Über das Leben in der britischen Armee der napoleonischen Zeit liegen zahlreiche Tagebücher von Soldaten vor, die entweder während dieser Zeit geschrieben wurden bzw. auf zeitgenössischen Aufzeichnungen beruhen und später verfaßt wurden. Auch von als sog. camp followers mitmarschierenden Ehefrauen existieren derartige Aufzeichnungen, so daß es möglich ist, das Leben des einfachen Soldaten sehr genau zu rekonstruieren.